Derbytime gegen den VBC Züri Unterland (Zuzu): Trotz strömendem Regen und garstigem Wetter reiste der VBC SWISS mit breiter Brust und doch auch mit der nötigen Portion Respekt nach Bülach. Denn die Mannschaft von Züri Unterland lernten wir bereits an einem Vorbereitungsturnier für die Saison 22/23 kennen. Es handelt sich um ein extrem junges Team, welches so einige Talente in ihren Reihen aufweist und uns in der Vorbereitung souverän besiegt hat.

Schon beim Aufwärmen waren wir beeindruckt, wie die «Jungen Wilden» von Zuzu mit Technik, Wucht und Zielgenauigkeit einschlugen. Nicht umsonst schicken wir alle Juniorenanfragen an Zuzu weiter (wir selber haben keine Junioren-Teams), denn die Professionalität ihrer Volleyballausbildung ist wirklich beeindruckend. Ob sich das nun rächt, dass wir alle jungen Talente an Zuzu verweisen?

Im ersten Satz starteten wir für unsere Verhältnisse eigentlich ganz solid, und doch fanden wir überhaupt nicht ins Spiel. Es war bitter – die adoleszenten Spieler von Zuzu setzten uns von Anfang an arg unter Druck. In den jungen, fast noch infantilen Gesichtern der Unterländer war eine grosse Entschlossenheit zu sehen. Vor allem im Service hatte ein Junior von Zuzu einen extremen Knaller drauf, ganz nach dem Motto «Junger Most sprengt alte Schläuche». Dennoch waren unsere Annahmen alles andere als schlecht, oft scheiterten wir leider nur an der fast schon wie bei einem Ferrari tiefgelegten Hallendecke. Wir verloren den Satz klar mit 21:25.

Neuer Satz, neuer Schub. So war es zumindest geplant. Mit der Einwechslung von Matze, welcher seinen Biorhythmus in den letzten Tagen extra für das Abendspiel angepasst hat – er kam direkt von Miami eingeflogen – erhoffte sich der VBC SWISS mehr Energie auf dem Feld. Wie sich kurz darauf herausstellte, hat diese durchgeklügelte Strategie allerdings noch Optimierungspotential, da Matze von den Strapazen der langen Reise zu Beginn noch etwas schläfrig und unter seinem eigentlichen Top-Niveau aufspielte. Es wurde zwar Punkt für Punkt tapfer gekämpft, doch ohne Erfolg. Erneut ging der zweite Satz mit 22:25 an den Gegner. Drohte die Stimmung der Spieler vom VBC SWISS nach zwei doch mehr oder weniger klar verlorenen Sätzen nun zu kippen?

Nein! Durch unsere Erfahrenheit, unser Alter und unsere Lehren aus der letzten Saison blieben wir im wahrsten Sinne des Wortes «cool & spicy». Wir waren hungrig, dieses verhexte und von Pech durchzogene Spiel für uns zu entschieden. Doch wann fiel das Momentum endlich auf unsere Seite? Genau dann, als die etwas in die Jahre gekommene, grosse Wanduhr der Turnhalle der Kantonsschule Bülach 21:00 Uhr schlug. Genau dann, wenn für viele unserer Spieler bei der Arbeit eine Spätschicht beginnen würde. Genau dann, wenn wir so langsam aufwachen würden, um die Nacht durchzufeiern. Genau dann, wenn die Junioren von Zuzu eigentlich ins Bett müssten. Unsere langjährige Erfahrung an spätabendlichen Intermezzos diverser Art lies dem durchgewechselten Team von Zuzu im dritten Satz keine Chance. Endlich passte alles zusammen und wir spielten uns in den Rausch, welchen wir bereits im ersten Saisonspiel verspürten. Oder in anderen Worten: Der dritte Satz ging 25:16 an uns.

Im vierten Satz wechselte Zuzu wieder zurück in ihre Topformation. Beim VBC SWISS konnte man nichtsdestotrotz den Siegeswillen förmlich spüren. Spektakuläre Ballwechsel liessen so einige Gänsehautmomente aufkommen, welche sich für alle, die nicht live dabei waren, etwa wie folgt umschreiben lassen könnten (please fasten your seatbelts): «Zuzu zerschellte an den Triebwerken vom VBC SWISS, die Flughöhe wurde von den Piloten Bene und Matze bei den Blöcken stetig gesteigert, trotz Turbulenzen landete Dishan souverän auf dem Boden und lieferte Abnahmen aus einem Guss, Roberto passte die Bälle in wunderschönen Sinuskurven zu «Neo-Dia-Niels», Phil, Flo und Tom, welche die Bälle durch jegliche Wolkendecken mitten in die Lücken der Reihen von Zuzu zimmerten und die Ersatzbank tobte wie auf einem Party-Charterflug nach Mallorca voller Adrenalin». Schlussendlich wurden wir für unsere starke Leistung und den Durchhaltewillen belohnt und gewannen auch den vierten Satz mit 25:21.

Im fünften Satz war dann die «Big Moneytime». Doch etwas zu viel Druck für das jugendliche Team von Zuzu? Sie schlugen sich ganz gut, doch die Nervenstärke vom VBC SWISS war einfach eine Klasse für sich. Trotz dem über weite Strecken ausgeglichenen Score ging der letzte Satz mit 15:13 und somit das Spiel mit 3-2 an den VBC SWISS.

Wir sind sehr stolz auf unsere gestrige Leistung und fühlten uns tatsächlich so, als hätten wir die Champions League gewonnen. Zum Feiern bleibt aber wenig Zeit, denn wir brauen bereits für nächsten Montag wieder eine Windhose über Tornado Adliswil zusammen. An dieser Stelle möchten wir dem VBC Züri Unterland für die Sasion alles Gute wünschen und uns nochmals für das hochklassige Spiel bedanken – wir sind überzeugt, dass die Zukunft mit all eurem Talent und Volleyballkönnen euch gehört und dass ihr diese Saison unsere Liga aufmischt!

Auuuuh, Manu

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